Klicken Sie hier für die Web-Ansicht dieses Mailings.
Logo
Newsletter Betriebliche Bildung
August 2018
Liebe Leserinnen und Leser

Auch in diesem Jahr beginnen im August wieder Tausende Jugendliche eine Lehre. Für die jungen Menschen beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Sie müssen sich nun im Arbeitsleben und in der Welt der Erwachsenen zurechtfinden. Aber auch der Lehrbetrieb ist gefordert: Junge und meist schüchterne Jugendliche müssen in einen gut funktionierenden und oft hektischen Betrieb eingeführt und zu kompetenten Berufsleuten ausgebildet werden.

Im Kanton Zürich ist die Bereitschaft zur Ausbildung gross: Die Anzahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge betrug Ende Juli 12'108 (1,4 Prozent mehr als im Vorjahr). Leider konnten auch in diesem Jahr viele Lehrstellen nicht besetzt werden: Ende Juli waren noch 1'854 Lehrstellen offen, knapp 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Für die betroffenen Lehrbetriebe ist dies häufig frustrierend. Im Hinblick auf den demografischen Anstieg der Schulabgängerinnen und Schulabgänger in den nächsten Jahren wird sich diese Situation aber etwas entschärfen.

Wir sind stolz auf das grosse Engagement der Zürcher Betriebe für die Ausbildung und bedanken uns dafür herzlich.
Lehrbeginn: Betriebe sind gefordert
Schule geschafft, Lehrstelle gefunden: Mit dem Lehrbeginn startet für die meisten Lernenden ein neuer Lebensabschnitt. Der Schritt von der Sekundarschule in die Berufswelt ist gross: Auf die Jugendlichen kommt viel Unbekanntes zu. Damit die Lehre für Lehrbetrieb und Lernende ein Erfolg wird, ist es wichtig, den Lehrbeginn bewusst zu gestalten.
• Heissen Sie als Lehrbetrieb die oder den Lernenden willkommen – mit einer Karte, einem vorbereiteten Arbeitsplatz, einer kleinen Aufmerksamkeit usw.
• Stellen Sie die Lernende oder den Lernenden den Teamkolleginnen und -kollegen vor, gehen sie gemeinsam Mittag essen oder planen Sie einen gemeinsamen Znüni.
• Führen Sie ein Eintrittsgespräch mit der oder dem Lernenden. Klären Sie die gegenseitigen Erwartungen. Listen Sie die «No-Go’s» des Betriebs auf, nehmen Sie aber auch diejenigen der oder des Lernenden ernst (Duzen oder siezen? Dresscode? Handygebrauch?).
• Schliessen Sie den Arbeitstag mit einem Kurzgespräch ab: Wie lief der Tag? Gibt es Fragen oder Belastendes, das geklärt werden muss? Ein kurzer Ausblick auf den nächsten Arbeitstag oder die Arbeitswoche hilft allfälligen Unsicherheiten entgegenzuwirken.
Lernen im Lehrbetrieb – so geht’s am besten

Stellen Sie für die Lernenden ein Ausbildungsprogramm zusammen. Als Basis für die Lernziele können der Bildungsplan oder Grundlagen der Organisation der Arbeitswelt (OdA) dienen.
• Formulieren Sie auch hier Ihre Erwartungen. Beispielsweise: Wie ist die Lern- und Leistungsdokumentation zu führen? Wie und in welchen Abständen wollen Sie diese in Zukunft kontrollieren und besprechen?
• Legen Sie das Gespräch zur ersten Zielüberprüfung fest (z. B. am Ende der Probezeit, am Ende des Semesters).
• Nutzen Sie dazu den «Bildungsbericht» (Link) oder alternativ die Vorlage Ihrer OdA.
• Effektives Lernen geht am besten mit unterschiedlichen Methoden: Vor- und nachmachen, Lehrgespräch, praktische Unterweisung, Coaching usw.
• Erklären Sie zu Beginn der Ausbildung die Aufgaben und Arbeitsanweisungen auf verständliche Art und Weise. Ermuntern Sie die Lernende oder den Lernenden, Rückfragen zu stellen und sich aktiv Notizen zu machen.
• Überfordern oder unterfordern Sie die Lernende oder den Lernenden nicht. Übertragen Sie der oder dem Lernenden sukzessive Verantwortung, ermöglichen Sie Spielräume, und schaffen Sie Übungssituationen. Trauen Sie Ihren Lernenden etwas zu!
• Setzen Sie im Umgang mit Lernenden auf Ihre Menschenkenntnis.
Denken Sie daran: Die Ausbildung von Lernenden ist ein Prozess. Nehmen Sie sich Zeit dafür.

Und wenn es doch nicht rund läuft?

Trotz sorgfältiger Auswahl und Schnuppertage: Nicht immer «matchen» Lehrbetriebe und Lernende – sei es aus zwischenmenschlichen Gründen (weil die «Chemie» nicht stimmt), aufgrund des Verhaltens oder der Leistung. Manchmal zeichnet sich dies auch erst nach Wochen ab. In einem solchen Fall sollten Sie nicht lange warten, sondern Unterstützung holen:
• bei der für die Lernende oder den Lernenden zuständigen Berufsfachschule (Link)
• bei der für den Beruf zuständigen Berufsinspektorin / dem zuständigen Berufsinspektor (Link)
• bei einer unabhängigen Stelle wie dem Berufsverband, «kabel» oder «Jobcaddie» .

Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt bietet Coaching an
Alle Lernenden mit einem Lehrvertrag des Kantons Zürich, nach einer Lehrvertragsauflösung oder nicht bestandenem Qualifikationsverfahren, können sich von der Coachingstelle des Mittelschul- und Berufsbildungsamts beraten lassen. Das Coaching ist kostenlos und hilft in Konfliktsituationen. Ob ein Coaching konkret in Frage kommt, wird jeweils von Fall zu Fall und gemeinsam mit der Berufsinspektorin oder dem Berufsinspektor entschieden. Das Coaching MBA ist eine Chance, das Lehrverhältnis aufrecht zu erhalten oder gemeinsam mit der Lernenden bzw. dem Lernendem und dem Lehrbetrieb eine andere Lösung zu finden.

Oftmals sind die Fronten verhärtet, und es wird nicht mehr oder zu wenig miteinander kommuniziert. Deshalb wird meist ein Gespräch mit beiden Parteien vereinbart. Ziel ist es, dass Betrieb und Lernende wieder aufeinander zugehen können. Auf dieser gemeinsamen Basis soll die Weiterführung des Lehrverhältnisses möglich sein.

Ein Coaching benötigt im Durchschnitt sechs Sitzungen. Es ist nur dann erfolgreich, wenn alle Beteiligten motiviert sind und etwas verändern möchten. Das Coaching bietet Soforthilfe (und ist keine längerfristige oder umfassende Begleitung von Jugendlichen).

Lehrbeginn: Das Wichtigste in Kürze
• Der Lehrvertrag wird vom Mittelschul- und Berufsbildungsamt genehmigt, deshalb müssen alle Änderungen (Adresse, Berufsbildnerin/Berufsbildner usw.) dem Amt gemeldet oder über das Lehrbetriebsportal erfasst werden.
• Lehrverträge für das erste Lehrjahr werden bis zum 30. September regulär erfasst. Ab dem 1. Oktober wird eine Verkürzung der Lehrzeit verfügt.
• Schultage und der Besuch der überbetrieblichen Kurse gelten als Arbeitszeit.
• Die Länge der Probezeit wird im Lehrvertrag festgelegt. Eine Verlängerung der Probezeit ist möglich, wenn Lernende, Lehrbetrieb und das Mittelschul- und Berufsbildungsamt dem zustimmen (Link).
• Während der Probezeit kann der Lehrvertrag mit sieben Tagen Kündigungsfrist von beiden Parteien jederzeit schriftlich aufgelöst werden. Das Formular ist unter diesem Link zu finden.
Tipps der Lehraufsicht
• Das Schweizerische Dienstleistungszentrum Berufsbildung (SDBB) hat den Lehrvertrag angepasst. Der neue Lehrvertrag ist ab Schuljahr 2019/20 gültig und steht ab September 2018 online unter diesem Link zur Verfügung.
• Zur Entlastung der Lehrbetriebe sind auf der Webseite des Mittelschul- und Berufsbildungsamts diverse Formulare zu finden. Der Datenaustausch mit den Lehrbetrieben soll einfach, sicher und effizient sein. Ab September steht auch ein Formular für die Lehrvertragsauflösung zur Verfügung (Link).
• Das Berufsbildungslexikon hilft bei vielen Fragen weiter: 231 Stichwörter werden in kurzen und informativen Texten erklärt. Das Lexikon ist eine wichtige Informationsquelle für Berufsbildner und Berufsbildnerinnen wie auch für Lernende (Link).
• Auf der Webseite des Schweizerischen Dienstleistungszentrums Berufsbildung (SDBB) sind diverse Merkblätter zu wichtigen Themen aufgeschaltet (z. B. zur Ferienregelung, Gewalt, Gleichstellung; Link).
• Mutterschaft während der Lehre: Frauen, die während einer beruflichen Grundbildung ein Kind bekommen, stehen unter besonderem rechtlichem Schutz. Schwangerschaft und Mutterschaft sind kein Kündigungsgrund, und die Lehrbetriebe müssen auf die Gesundheit der (werdenden) Mütter Rücksicht nehmen. Mit familiärer oder ausserfamiliärer Hilfe soll den jungen Müttern ermöglicht werden, erfolgreich eine Berufslehre zu absolvieren. Weitere Informationen unter diesem Link.
SwissSkills 2018, Bern Expo
Zum zweiten Mal nach 2014 finden in Bern vom 12. bis 16. September 2018 die zentralen Schweizer Berufsmeisterschaften «SwissSkills 2018» statt. Das Interesse ist gemäss dem aktuellen Vorverkauf sehr gross, über 55‘000 Eintritte wurden bereits gebucht.

Die SwissSkills 2018 bieten die einzigartige Möglichkeit, den besten jungen Berufsleuten in 135 verschiedenen Lehrberufen bei der Arbeit und im Wettkampf über die Schulter zu blicken. Bis heute haben sich über 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, 97 davon aus dem Kanton Zürich, angemeldet. Dazu wird eine riesige temporäre «Fabrik» auf einer Fläche von 100’000 Quadratmetern – was 14 Fussballfeldern entspricht – aufgebaut.

Die Schweizer Berufsmeisterschaften finden von Mittwoch bis und mit Samstag statt. Am Sonntag können Besucherinnen und Besucher über 100 Berufe im Rahmen von MySkills selber ausprobieren. Jugendliche unter 22 Jahren wie auch Begleitpersonen von Schulklassen profitieren von einem Gratiseintritt. Für Erwachsene kostet ein Tageseintritt 15 Franken. Tickets und Informationen sind zu finden unter diesem Link.
Suchtprävention in der Lehre – Leitfaden für Berufsbildnerinnen und Berufsbildner
In Zusammenarbeit mit der ZüFAM (Zürcher Fachstelle zur Prävention des Alkohol- und Medikamenten-Missbrauchs) hat das Mittelschul- und Berufsbildungsamt den Leitfaden «Suchtprävention in der Lehre» erarbeitet. Er richtet sich an Berufsbildnerinnen und Berufsbildner und informiert über die häufigsten Suchtmittel und Suchtverhalten sowie dessen Auswirkungen auf den Arbeitsalltag. Zudem klärt der Leitfaden über mögliche Gründe und wahrnehmbare Signale für einen Suchtmittelkonsum auf. Der Leitfaden, der konkrete Unterstützung bei problematischen Situationen bietet und auf Adressen von Beratungsstellen hinweist, ist auf der folgenden Webseite zu finden unter diesem Link.
Wichtige Termine und Fristen
SwissSkills 2018: 12. bis 16. September 2018, BERNEXPO, Bern, (Link)

Berufsmesse 2018: 20. bis 24. November 2018, Messe Zürich, (Link)

Kontrolle der Kontaktdaten und Nachteilsausgleich Qualifikationsverfahren:
Frist bis 31. Oktober 2018

Eingabe für Unterstützungsbeiträge Talentförderung:
1. November 2018 (Link)