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Newsletter Betriebliche Bildung
Januar 2019
Liebe Leserinnen und Leser

Zu Beginn des neuen Jahres wünscht das Mittelschul- und Berufsbildungsamt und ganz besonders die Lehraufsicht Ihnen allen ein gesundes und ausgeglichenes 2019 und bei der Ausbildung von Lernenden weiterhin viel Freude, Erfolg und Ausdauer. Wir bedanken uns ganz herzlich für das Engagement im vergangenen Jahr und sind überzeugt, dass es auch im neuen Jahr wieder viele spannende und bereichernde Ausbildungstage geben wird.

In diesem Newsletter möchten wir auf die Wichtigkeit des Bildungsberichts eingehen und Sie ermuntern, diesen im Ausbildungsalltag aktiv zu nutzen.
Bildungsbericht: Wichtiges Instrument für Berufsbildnerinnen und Berufsbildner
Im Berufsbildungsgesetz vom 1. Dezember 2002 ist in Art. 20 festgehalten, dass sich alle Anbietende der beruflichen Praxis – also auch die Lehrbetriebe – für den bestmöglichen Lernerfolg der Lernenden einsetzen müssen. In der Berufsbildungsverordnung vom 19. November 2003 ist wiederum ergänzend festgehalten, dass die konkreten Instrumente zur Qualitätssicherung – wie zum Beispiel der Bildungsbericht – in Abschnitt 7 der Bildungsverordnung des jeweiligen Berufes festgelegt werden.

Das halbjährliche Ausfüllen des Bildungsberichts ist somit Pflicht für alle Berufsbildnerinnen und Berufsbildner und ergänzt die vielen kürzeren und längeren Diskussionen und Fördergespräche im Alltag. Nach der Besprechung werden Zielvereinbarungen abgeleitet, die erreicht werden sollen und später wieder überprüft werden können.

Der Bildungsbericht hilft, das Gespräch zu strukturieren und die Gesprächsinhalte zu definieren. Dadurch kann der Vorbereitungsaufwand reduziert werden.

Viele Organisationen der Arbeitswelt stellen Bildungsberichtsformulare mit den berufsspezifischen Inhalten zur Verfügung. Ein berufsneutrales Formular für den Bildungsbericht kann zusammen mit dem Lehrvertrag unter folgender Adresse heruntergeladen werden: http://www.lv.berufsbildung.ch/
Lerndokumentation – die Grundlage des Bildungsberichts
Halbjährlich halten Berufsbildner und Berufsbildnerinnen den Ausbildungsstand der Lernenden fest. Nutzen Sie das Gespräch als Standortbestimmung: Sprechen Sie die positiven wie auch die negativen Punkte an. Mit klar formulierten Zielvereinbarungen bringen Sie Ihre Auszubildenden weiter. Ihr Gespräch trägt dazu bei, die Motivation der Lernenden zu stützen und zu fördern.

Beachten Sie folgende Punkte:
• Erklären Sie den Lernenden den Sinn und Nutzen der Lerndokumentation.
• Bestimmen Sie klare Spielregeln.
• Kontrollieren Sie zu Beginn die Lerndokumentation häufiger, geben Sie Rückmeldungen.
• Helfen Sie bei der Themenwahl – nicht jede Arbeit eignet sich für den Lernbericht.
• Fördern Sie die Selbstverantwortung der Lernenden – übertragen Sie Verantwortung.
• Achten Sie auf sprachliche Richtigkeit.
• Nutzen Sie die Lerndokumentation für das Erstellen des Bildungsbericht. Beispiele finden Sie unter anderem hier.
Kurzinterview mit Martin Jolidon, Kursleiter in Berufsbildnerkursen der EB Zürich
Welches sind die drei wichtigsten Vorteile des Bildungsberichts aus Sicht der Berufsbildnerinnen und Berufsbildner?
Der Bildungsbericht ermöglicht eine 360-Grad-Beurteilung und ein strukturiertes Vorgehen für ein stufengerechtes Feedback, das sich ans entsprechende Lehrjahr und die Anforderungsstufe anpassen lässt.

Wie können die Lernenden davon profitieren?
Der oder die Lernende erhält qualifiziertes und begründetes Feedback sowie Zielvorgaben fürs kommende Semester. Mit der eigenen Vorbereitung der Selbsteinschätzung, die ich empfehle, wird gelernt, die Ausbildung und den eigenen Wissensstand zu beurteilen.

Es gibt eine berufsneutrale Vorlage des SDBB, die auf die Betriebsbedürfnisse angepasst werden kann. Was ist aus Ihrer Sicht optimal?
Es gibt verschiedene Vorlagen des Bildungsberichtes, auch teilweise von Seiten der Organisationen der Arbeitswelt (OdA), der Branchen oder Berufsverbände. Damit diese aber optimal eingesetzt werden können, sollte die Vorlage unbedingt an beides, den Beruf und den Betrieb, angepasst werden.
Neustart im Validierungsverfahren Informatiker/in EFZ
Im Kanton Zürich ist es ab Januar 2019 wieder möglich, im Beruf Informatiker/in EFZ über das Validierungsverfahren ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) zu erlangen. Erwachsene mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung, davon drei im Bereich der entsprechenden Fachrichtung der Informatikerin EFZ oder des Informatikers EFZ, können ihre im Berufsleben erworbenen Handlungskompetenzen anerkennen lassen. Der erste obligatorische Informationsanlass (OIA I) für interessierte Teilnehmende findet am Montag, 28. Januar 2019 von 14:00 bis 16:00 Uhr im biz Oerlikon in Zürich statt.
Rückblick: Berufsmesse Zürich vom 19. bis 23. November 2018
Die Berufsmesse Zürich hat sich in den letzten Jahren zur grössten Berufsschau der Schweiz entwickelt und ist heute ein entscheidender Bestandteil des Berufswahlprozesses. In diesem Jahr konnten Jugendliche 240 Grund- und 300 Weiterbildungen live erleben und an den verschiedenen Ständen ihre praktischen und kognitiven Fähigkeiten testen. 55‘000 Personen besuchten die Berufsmesse, davon rund 20‘000 Schülerinnen und Schüler aus sieben Kantonen, die im Klassenverband anreisten. Die restlichen 35‘000 waren Jugendliche mit ihren Eltern und weitere Interessierte. 120 Berufsverbände und Verbände waren vor Ort präsent. Die Berufsmesse war somit auch 2018 ein grosser Erfolg.
Ehrung der Gewinnerinnen und Gewinner der SwissSkills 2018
21 SwissSkills-Medaillengewinnerinnen und -gewinner, die im Kanton Zürich wohnhaft sind, wurden im Rahmen der Eröffnungsfeier der Berufsmesse von Silvia Steiner, Regierungsrätin und Bildungsdirektorin sowie von Werner Scherrer, Präsident des kantonalen Gewerbeverbandes, geehrt.

Mit dieser meisterhaften Leistung gehören die 21 Berufsleute zur Spitze der Berufsbildung und sind Vorbilder für ihre jüngeren Kolleginnen und Kollegen. Auch mit dabei war Daniel Peter Gerber, Elektroinstallateur-Europameister in seinem Beruf und Gewinner des Titels «Best of Europe» an der Euroskills 2018.
Tipps der Betrieblichen Bildung
• Das Schweizerische Dienstleistungszentrum Berufsbildung (SDBB) hat den Lehrvertrag angepasst. Der neue Lehrvertrag ist ab Schuljahr 2019/20 gültig und steht ab September 2018 online unter www.lv.berufsbildung.ch zur Verfügung.
• Das Berufsbildungslexikon hilft bei vielen Fragen weiter: 231 Stichwörter werden in kurzen und informativen Texten erklärt. Das Lexikon ist eine wichtige Informationsquelle für Berufsbildner und Berufsbildnerinnen wie auch für Lernende: www.lex.berufsbildung.ch.
• Wir würden uns freuen, wenn Sie diesen Newsletter an alle interessierten Personen weiterleiten würden.
Lehrstellenkonferenz 2019
Seit zwölf Jahren findet jährlich im April oder Mai die kantonale Lehrstellenkonferenz des Kantons Zürich statt, gemeinsam organisiert vom Mittelschul- und Berufsbildungsamt (MBA) und dem Zürcher Bankenverband, dem Verband Zürcher Handelsfirmen, dem Kantonalen KMU- und Gewerbeverband, dem Kaufmännischen Verband Zürich und der Vereinigung Zürcherischer Arbeitgeberverbände der Industrie. Die Lehrstellenkonferenz verfolgt das Ziel, die Verbundpartnerschaft zu stärken. Dazu pflegt sie den Dialog mit den Berufsbildnerinnen und -bildnern des Kantons Zürich sowie weiteren Akteuren der Berufsbildung.

Nach zwölf Jahren ist es an der Zeit, dieses Konzept zu überdenken und neue Formate zu prüfen. Aus diesem Grund wird im Mai 2019 keine Lehrstellenkonferenz stattfinden.
Wichtige Termine und Fristen
Talentförderung: Eingabefristen für Unterstützungsbeiträge sind der 3. Juni 2019 und 1. Oktober 2019 (Link)

Worldskills 2019: 22. bis 27. August 2019 in Kazan, Russland (Link)