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Newsletter Betriebliche Bildung
Juni 2020
Liebe Leserinnen und Leser

Viele Berufsbildnerinnen und Berufsbildner haben in den letzten Wochen und Monaten um die Existenz ihres Betriebes gebangt und gekämpft. Dass Sie alle daneben noch für die Ausbildung der Lernenden Zeit gefunden und sich sogar noch als Expertin oder Experte beim Qualifikationsverfahren eingesetzt haben, dafür danken wir Ihnen sehr.

Für die meisten Berufsbildnerinnen und Berufsbildner ist die Berufsbildung nicht nur nützlich, weil sie sich rechnet. Sie sehen vielmehr, wie dank ihres Engagements junge Menschen zu qualifizierten Berufsleuten und engagierten Mitgliedern unserer Gesellschaft reifen und sie damit auch etwas Sinnvolles tun.

Wir danken Ihnen allen für dieses Engagement: Sie machen eine qualitativ hochstehende Berufsbildung erst möglich. Und wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an alle interessierten Personen weiterleiten.
COVID-19: Die Berufsbildung im Stresstest
Stabile Lehrstellensituation

Dass nach der Schockstarre die Betriebe wieder ausbilden und rekrutieren, ist erfreulich. Die Anzahl der Lehrverträge ist zurzeit stabil und Lehrvertragsauflösungen infolge von Covid-bedingten Konkursen können an einer Hand abgezählt werden. Es gehen sogar Angebote von Betrieben ein, in solchen Fällen Lernende zu übernehmen. Da es derzeit noch nicht möglich ist, die Lehrstellensituation abschliessend zu beurteilen, bereiten wir uns darauf vor, Jugendliche ohne Lehrstellen rasch in eine Berufslehre zu überführen. Zudem werden wir dieses Jahr die Frist ausdehnen und Lehrverträge, die bis zu den Herbstferien eingehen, genehmigen. Die Berufsfachschulen müssen deshalb sicherstellen, dass später eintretende Lernende den verpassten Unterrichtsstoff nacharbeiten können.

Berufsfachschulunterricht unter neuen Vorzeichen

Der Fernunterricht der Berufsfachschulen hat grossmehrheitlich rasch funktioniert. Die Schulen wissen nun, was zu tun ist, dass diese Formen des Unterrichtens eine ebenso gute Qualität aufweisen wie der Kontaktunterricht.

Gesuche für Dispensationen vom Fernunterricht sind nur sehr wenige eingereicht worden. Sie wurden in enger Absprache mit den Schulen behandelt und unter Berücksichtigung der Gesamtsituation zumindest teilweise genehmigt. Ein einziger Betrieb war mit dem Vorgehen und den Entscheiden nicht einverstanden.

Qualifikationsverfahren als grösste Herausforderung

Eine der grössten Herausforderungen für die Berufsbildung im Kanton Zürich unter dem Einfluss der Pandemie war das Qualifikationsverfahren (QV).
Einige Beispiele dazu:

- Es traten 16000 Kandidaten und Kandidatinnen an, davon 3000 aus anderen Kantonen. Bei einigen war das Verfahren bereits im Gang und musste unterbrochen werden.
- Es galt, verbundpartnerschaftlich zu entscheiden, wie in jeder Branche, bei jedem der 194 in der Schweiz (192 im Kanton Zürich) zu prüfenden Berufe das Verfahren umzusetzen ist (praktisch prüfen oder mittels einer Beurteilung der Kompetenzen der Lernenden durch die Berufsbildner); dies immer unter Einhaltung der COVID-Schutzmassnahmen.
- Dass an den Schulen keine Prüfungen mehr durchgeführt werden konnten, kam erschwerend dazu.

«An dieser Stelle möchten wir den Prüfungskommissionen und den rund 10000 Expertinnen und Experten ein Kränzchen winden: Sie leisten eine vorzügliche Arbeit. Und so bleibt mir am Schluss, allen Betriebsinhabern, Betriebsinhaberinnen und allen Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern ganz herzlich zu danken, dass Sie gerade jetzt eine stabile Berufsbildung als wichtig betrachten, viel in unser Erfolgsmodell investieren und weiterhin ihre Ausbildungsbereitschaft zeigen.»
Hans Jörg Höhener, stv. Chef Mittelschul-und Berufsbildungsamt
Hans Jörg Höhener
MBA-Coaching-Stelle für Lernende
MBA-Coaching-Stelle
Die Coaching-Stelle des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes bietet Beratung und Unterstützung für Lernende an. Das Coaching ist ein zusätzliches Angebot zu den Berufsinspektorinnen und Berufsinspektoren. Die Berufsinspektorin oder der Berufsinspektor überweist eine lernende Person an die Coaching-Stelle, sofern mehrere Gespräche nötig sind.

Alle Lernenden, die im Kanton Zürich in einem bestehenden oder bereits aufgelösten Lehrverhältnis sind und bei einer Situation Unterstützung benötigen oder das Qualifikationsverfahren nicht bestanden haben, können das Coaching des Mittelschul- und Berufsbildungsamts nutzen. Das stets vertrauliche Coaching-Angebot geht über eine Beratung hinaus: Gemeinsam mit den Lernenden wird das Problem analysiert und werden Lösungen angegangen.

Während der Lehre gibt es viele Herausforderungen zu meistern. Jugendliche, die sich in einer schwierigen Lebensphase befinden, erhalten ein persönliches, auf ihre Situation zugeschnittenes Coaching. Die Gründe für ein Coaching sind vielfältig und individuell. Dies können unterschiedliche Themen sein, zum Beispiel Lernschwierigkeiten, persönliche Probleme, Probleme im Betrieb oder zu Hause.

Die Lernenden werden persönlich unterstützt. Sie werden gestärkt, bleiben motiviert und meistern die Lehre oder eine Anschlusslösung mit Erfolg. Gemeinsam werden blockierende Denk- und Verhaltensmuster geklärt und persönliche Lernstrategien erarbeitet. Wir ermitteln ihre Ressourcen und lassen ihre Energie und Motivation neu aufleben.

Informationen und Kontaktdaten auf der Webseite des MBA.

Weitere Beratungsstellen im Kanton Zürich für spezifische Themen
Im Kanton Zürich gibt es ausserdem die Beratungsstellen «Kabel» und «Jobcaddie». Das MBA-Coaching kann Lernende je nach Thema auch an eine dieser Beratungsstellen weiterleiten. Unterschiede dieser Beratungsstellen zum Angebot des MBA:

Kabel: Es gibt keine Altersgrenze. Unterstützung ist auch für Schülerinnen und Schüler möglich, die noch keine Grundbildung absolvieren. Angebote sind z.B. Unterstützung beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen oder beim Üben für ein Vorstellungsgespräch nach Lehrvertragsauflösung.

Weitere Informationen: www.kabel-berufslehre.ch/angebote

Jobcaddie: Mentorinnen und Mentoren begleiten und unterstützen ebenfalls beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen, beim Üben für ein Vorstellungsgespräch nach Lehrvertragsauflösung oder wenn keine Festanstellung nach dem Qualifikationsverfahren gefunden wird.

Weitere Informationen: www.jobcaddie.ch
«Flexible» Berufsmaturität – attraktive Chance für Lernende
Flexible» Berufsmaturität
Mit der Berufsmaturität während der Lehre (BM 1) haben Lehrbetriebe die Chance, leistungsfähige Lehrlinge zu gewinnen. Die Betriebe bilden die Jugendlichen zu gut qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Entwicklungspotential aus – den Expertinnen und Experten von morgen.
Die BM 1 ist eine Chance für die Jugendlichen und gleichzeitig für die Betriebe: Sie ermöglicht den Jugendlichen ein Studium an einer Fachhochschule (FH) – eine Grundlage, die Zukunftschancen eröffnet. Doch die Berufsmaturität ist nicht nur für die Jugendlichen ein Gewinn, denn eine BM in Verbindung mit einem Fachhochschul-Abschluss berücksichtigt gleichzeitig die Bedürfnisse der Wirtschaft. Wer ein Studium an einer FH abgeschlossen hat, ist auf dem Arbeitsmarkt rasch produktiv einsetzbar.

Mit dem zusätzlichen BM-Unterricht sind die Lernenden zwar weniger oft im Lehrbetrieb als die Lernenden, die keine BM 1 machen. Die grössere Abwesenheit können BM-Lernende jedoch mit höherer Eigenverantwortung, Selbstständigkeit, Leistungsfähigkeit und Produktivität kompensieren.

«BM 1 flex» – weniger Stress, mehr Zeit

BM 1 und berufliche Grundbildung sind in der Regel parallel organisiert: Mit dem Lehrbeginn fängt auch der Berufsmaturitätsunterricht an, Lehrabschluss und Berufsmaturitätsabschluss sind im gleichen Schuljahr. Mit der BM 1 sind Lernende darum vielfältig gefordert. Die «BM 1 flex» verteilt die Anforderungen auf einen längeren Zeitraum, denn Lehrabschluss und BM-Abschluss sind entkoppelt. Die BM dauert bei der «BM 1 flex» länger als die Lehre; ein Teil der BM-Lektionen wird nach Erwerb des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses vermittelt. Besonders Lernende mit einer dreijährigen Lehre profieren davon, wenn der Berufsmaturitätsunterricht auf einen längeren Zeitraum verteilt wird. Damit reduziert sich die Belastung für die Jugendlichen und gleichzeitig erhöht sich der Anteil der praktischen Ausbildung im Betrieb.

Derzeit wird die «BM 1 flex» für die folgenden Berufe mit einer dreijährigen Lehre angeboten: Laborant/in EFZ, Fachfrau/Fachmann Betreuung EFZ, Lebensmitteiltechnolo-ge/technologin EFZ, für dreijährige Lehren gewerblich-industrieller Berufe sowie Berufe aus der Landwirtschaft, Forstwirtschaft und dem Gartenbau, beispielsweise Gärtner/in EFZ, Logistiker/in EFZ, Forstwart/in EFZ.

Nach Lehrende besteht für die Betriebe keine Verpflichtung zur Weiterbeschäftigung während des BM-Jahres nach Lehrabschluss. Das eidgenössische Fähigkeitszeugnis erhält nach Lehrabschluss, wer ins letzte Jahr des BM-Unterrichts promoviert ist.

Eintritt im 2. Lehrjahr

Lernende einer vierjährigen Lehre, die sich vor Beginn der Lehre den Anforderungen der Lehre mit gleichzeitigem Besuch der BM nicht gewachsen fühlen und die erst während des ersten Lehrjahres ihr Leistungsvermögen richtig einschätzen können oder die im ersten Lehrjahr einen Sprung in ihrer Entwicklung machen, haben die Möglichkeit, die BM 1 ein Jahr später zu beginnen. Nach Lehrabschluss besuchen sie während eines Jahres den BM-Unterricht und können daneben berufstätig sein.
Lehrverträge werden länger genehmigt
Lehrverträge werden aufgrund der Auswirkungen des Lockdowns wegen COVID-19 dieses Jahr bis zu den Herbstferien genehmigt. Die verspätet abgeschlossen Verträge sollen dem MBA bis spätestens 2. Oktober 2020 eingereicht werden. Die Berufsfachschulen sind angehalten, den spät Eintretenden Unterstützung bei der Nacharbeitung des Unterrichtsstoffes zu bieten. Schulbeginn im Kanton Zürich ist jeweils in Woche 34. Im Sommer 2020 ist dies am 17. August 2020.

Tipps zu Lehrverträgen
• Der Lehrvertrag ist das wichtigste Dokument zwischen Ihnen und der/dem Lernenden. Umso mehr lohnt es sich, diesen sorgfältig, vollständig und in elektronischer Schrift auszufüllen. Handschriftlich ausgefüllte Lehrverträge und fehlende Angaben verzögern den Verarbeitungs- und Genehmigungsprozess.
• Auf berufsbildung.ch finden Sie zudem ein Erklär-Video mit weiteren Hinweisen und nützlichen Informationen für das Ausfüllen des Lehrvertrages.
• Bei Lehrzeitverkürzungen aufgrund erbrachter Vorbildungen sind die entsprechenden Dokumente wie EFZ, Maturazeugnis usw. für die Überprüfung der Verkürzung zusammen mit dem Lehrvertrag einzureichen.
Die Erfassung von Lehrverträgen ist im Lehrbetriebsportal auf einfache Art und Weise möglich. Unter dem Kapitel «Lehrvertrag» können Sie neue Lehrverträge erfassen und als Vorlage für weitere Lehrverträge speichern. Zugangsdaten zum Portal können per E-Mail angefordert werden auf lehraufsicht@mba.zh.ch.
Neuer Webauftritt des Kantons Zürich
Der Kanton Zürich hat seinen Webauftritt zh.ch vollständig überarbeitet; am 9. Juli soll er online gehen. Die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer werden dabei noch stärker ins Zentrum gerückt. Informationen und Services sind neu konsequent nach Themen geordnet, die Direktionen und Ämter der kantonalen Verwaltung rücken in den Hintergrund. Dank der Themenstruktur finden die Nutzerinnen und Nutzer die benötigten Informationen ohne Vorwissen über die Strukturen in der Verwaltung. Die Informationen sind verständlich formuliert sowie einheitlich dargestellt, und eine verbesserte Stichwortsuche erleichtert es, sie rasch zu finden. Über den Link kommen Sie direkt auf die Themen der Berufsbildung.

Wir sind überzeugt, dass der neue Webauftritt die kantonale Verwaltung als zeitgemässe Dienstleisterin stärkt – und auch für die Lehrbetriebe im Kanton Zürich Nutzen entfaltet.
Wichtige Termine und Fristen
Beginn Schuljahr 2020/21 ist der 17. August 2020

Spätester Zeitpunkt für das Einreichen von Lehrverträge: 2. Oktober 2020



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