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Newsletter Betriebliche Bildung
September 2021
Liebe Berufsbildnerinnen und Berufsbildner

Die Zeit vergeht wie im Flug und schon wieder stehen wir am Beginn eines neuen Lehrjahrs. Mit der Coronapandemie begleitet uns eine nie erwartete Situation seit mittlerweile eineinhalb Jahren und ein Ende ist leider noch nicht in Sicht. Dennoch sorgen alle Beteiligten in der Berufsbildung mit viel Engagement dafür, dass die Qualität der Ausbildung der Lernenden nicht darunter leidet und wir weiterhin viele gut ausgebildete Jugendliche zum Abschluss führen können. Für diesen tollen und besonderen Einsatz möchte ich allen Verantwortlichen meinen herzlichsten Dank aussprechen. Wir können auf das Erreichte stolz sein und ich bin überzeugt, dass auch in Zukunft alles daran gesetzt wird, dass dies so bleibt. Lassen Sie uns diese Herausforderung mit der notwendigen Ernsthaftigkeit aber auch mit Humor in Angriff nehmen.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei der Ausbildung der Lernenden aber vor allem wünsche ich Ihnen und Ihren Liebsten beste Gesundheit und alles Gute.

Heinz Bross, stellvertretender Leiter Betriebliche Bildung
«Die Abteilung Betriebliche Bildung ist ein Ort des Handelns»
Das Thema Gestalten zieht sich wie ein roter Faden durch den Lebenslauf von Jonas Schudel, dem neuen Leiter der Abteilung Betriebliche Bildung beim Mittelschul- und Berufsbildungsamt. Auch deshalb wechselt er nach 21 Jahren im Schulbetrieb der Schule für Gestaltung in die Verwaltung. Er will für die Jugend die Berufsbildung vorwärts bringen.

Jonas Schudel, was ist aus Ihrer Perspektive als ehemaliger Berufsbildner für die Betreuung von Lernenden essenziell?
Die Basis bildet eine ausgewogene Mischung aus Kopf, Herz und Hand. Man muss Lernende mit ihrem persönlichen Kosmos, in dem sie sich bewegen, ernst nehmen, sie unterstützen, auf ihrem Weg fördern, sie fordern aber auch dosiert überfordern. Alle diese Aspekte braucht es für die individuelle Weiterentwicklung. Die Lernenden müssen an ihren Aufgaben wachsen können. Ganz nach dem Prinzip: zuschauen, selber machen, Fehler erleben, wiederholen und wachsen.

Die Ausbildung von Jugendlichen wird immer anspruchsvoller. Welche Entwicklung nehmen Sie diesbezüglich bei den Lernenden wahr?
Der Horizont der Jugendlichen ist weiter gefasst als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Viele machen sich schon vor der Lehre viele Gedanken über die Zukunft ihres Berufes, mögliche Weiterbildungen und persönliche Entwicklungschancen. Erziehungsberechtigte fördern diese Auseinandersetzung mit der Zukunft, da sie für ihre Kinder das Beste wollen. Zudem ist auch der wirtschaftliche Druck auf der Betriebsseite gestiegen. Das wirkt sich auch auf die Berufsbildung aus. Und, teilweise besteht im Arbeitsmarkt der Anspruch, dass Lernende nach einer drei oder vierjährigen Ausbildung bereits den Erfahrungsschatz eines halben Arbeitslebens mitbringen sollen.

Wie kann dieser Tendenz entgegengewirkt werden?
Wir haben ein durchlässiges Bildungssystem, das Entwicklungsmöglichkeiten und lebenslange Weiterbildung ermöglicht. Das müssen wir der Gesellschaft noch besser vermitteln, diese Werte aufzeigen und immer wieder auf positive Beispiele und Entwicklungen verweisen. Diese Erkenntnis würde den Existenzdruck bei den jungen Erwachsenen und auch Bedenken bezüglich dem Bildungsweg bei den Eltern deutlich mindern.

Sie haben intensiv bei der Entwicklung des Berufes Interactive Media Designer EFZ mitgewirkt. Was haben Sie dabei gelernt?
Es muss immer von dem ausgegangen werden, was von einem jungen Menschen persönlich und im Betriebsumfeld erwartet wird, der erfolgreich ein Qualifikationsverfahren absolviert hat. Die Frage ist also, wie führen wir die Lernenden zu ihrer Arbeitsmarktfähigkeit. Die Antwort auf die Frage muss zwingend alle Beteiligten einbeziehen – die Betriebe haben hierbei aber eine Schlüsselrolle. Ohne sie funktioniert gar nichts.

Welche Rolle spielen dabei Berufsbildnerinnen und Berufsbildner?
Sie sind Schlüsselpersonen und Identifikationsfiguren für die jungen Erwachsenen. Lernende müssen sich an ihnen orientieren können, sich von ihnen unterstützt fühlen, aber auch eine gewisse Reibungsfläche bekommen. Deshalb benötigen die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner eine enorme Sensibilität sowie eine gesunde Distanz zu den Lernenden. Man ist ja nicht Elternteil, sondern in einer Vorgesetztenrolle.

Wie beurteilen Sie die Stossrichtung der Initiative Berufsbildung 2030?
Es braucht Mut, neue Systeme zu entwickeln, aber es lohnt sich – für die Lehrbetriebe, für die Lernenden sowie für die Schulen und letztlich für die Gesellschaft. Die Ziele der Berufsbildung 2030 gehen in die richtige Richtung. Wir müssen nun aufpassen, dass es nicht beim Lippenbekenntnis bleibt. Klar ist: Die Berufsbildung kostet Geld. Geld, das wir ohne Reue investieren sollten. Wenn die Berufsbildung ins Stottern kommt, hätte das verheerende Auswirkungen für das Bildungssystem und damit auch für den Wirtschaftsstandort Schweiz.

Warum wechseln Sie nach 21 Jahren im Schulbetrieb in die Verwaltung?
Bislang kenne ich die Berufsbildung aus der Sicht einer Berufsschule mit 42 Abschlussprofilen sowie einer grossen Weiterbildungsabteilung und als Berufsbildner sehr gut. Durch die Berufung in die Abteilung Betriebliche Bildung des Mittelschul- und Berufsbildungsamts habe ich die Chance, in eine übergeordnete Rolle innerhalb der Berufsbildung zu wechseln – nicht nur für den Kanton Zürich, sondern auch im nationalen Zusammenspiel.

Worauf freuen Sie sich im neuen Job am meisten?
Auf die vielen neuen Menschen und besonders darauf, mit ihnen zusammenarbeiten, von ihnen zu lernen und basierend darauf gemeinsam mit meinem neuen Team weiterzugehen.

Welche Ziele setzen Sie sich in Ihrer neuen Funktion?
Die Betriebliche Bildung ist ein Ort des Handelns. Ich möchte zusammen mit den Verbundpartnern, mit den Betrieben und mit den Bildungspartnern für die Jugend die Berufsbildung vorwärts bringen.

Welcher Schlüsselmoment hat Ihren Weg in die Bildung geebnet?
Als ich realisierte, dass es spannend ist, Inhalte zu erklären und gemeinsame Lernfortschritte zu machen. Es war die Gelegenheit, als mir der damalige Leiter der Abteilung Drucker-, Maler-, Gestalterberufe der Allgemeinen Berufsschule Zürich eine Klassenstellvertretung anbot mit den Worten: «Machen Sie etwas daraus». Vertrauen geschenkt zu bekommen, das an Erwartungen geknüpft ist, motiviert ungemein.

Was war Ihr prägendstes Erlebnis als Lernender?
Ich habe in einer kleinen Druckerei Typograf gelernt. Die Wirksamkeit meines Tuns vom ersten Moment im Betrieb, hat mich geprägt. Ich wurde ernst genommen, ich war Teil der Firma und hatte Verantwortung für die mir zugewiesenen Aufgaben. Ich hatte nicht nur sonnige Zeiten während meiner Lehre. Doch an solchen Herausforderungen kann man wachsen. Letztlich war meine Zeit als Teenager erlebnisreich, intensiv aber auch anstrengend.
Präsentieren Sie sich auf dem Berufswahl-Portal
Das Berufswahl-Portal unterstützt Schülerinnen und Schüler aus dem Kanton Zürich bei ihrer Berufswahl. Zudem stellt es Lehrpersonen, Eltern und weiteren Begleitpersonen hilfreiche Informationen für die Unterstützung der Jugendlichen zur Verfügung. Das Portal bietet nützliche Informationen über Berufe, Schnupperlehren und freie Lehrstellen sowie Unterstützung in Form einer Chat-Beratung, Tests und Kontaktmöglichkeiten mit der Berufsberatung. 410 000 Besuche verzeichnete die Plattform im letzten Jahr.

Auch Ihr Betrieb ist auf dem Berufswahl-Portal abgebildet. Gerne können Sie diesen Eintrag mit folgenden Daten ergänzen:
• Portrait des Betriebs
• Firmenlogo
• Veranstaltungen für angehende Lernende
• Schnupperlehren, die Schülerinnen und Schüler direkt über das Portal buchen können
In den kommenden Tagen werden Sie die Zugangsdaten für das Berufswahl-Portal per E-Mail erhalten. Hier finden Sie Videomaterial, das erklärt, wie die Anmeldung auf dem Portal und Änderungen von Informationen vorgenommen werden können. Bei Fragen zum Portal, melden Sie sich bitte bei Marc Gander, Projektleiter Berufswahl-Portal.

Adressänderungen können Sie entweder über das Lehrbetriebsportal selbst vornehmen oder schreiben Sie eine E-Mail an die Lehraufsicht.
«zackstark» - ein Projekt für die rauchfreie Lehre
Immer mehr Lehrbetriebe unterstützen ihre Lernenden, rauchfrei durch die Lehre zu kommen. Warum? – Der grösste Anteil der Jugendlichen beginnt im Alter zwischen 15 bis 19 Jahren mit dem Rauchen. Wenn wir die Jugendlichen in dieser Zeit rauchfrei halten, ermöglichen wir Ihnen mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Leben ohne Rauchabhängigkeit. Machen auch Sie mit!

Interesse? Melden Sie Ihren Betrieb gleich unter www.zh.zackstark.ch an und in wenigen Schritten gehören auch Sie zu den «zackstark» Betrieben. Anschliessend unterzeichnen Ihre interessierten Lernenden eine Vereinbarung und verpflichten sich damit, während der gesamten Lehrzeit rauchfrei zu bleiben. Mit wenig Aufwand können Sie so grosse Wirkung erzielen.

Hier geht es zum Video eines bereits teilnehmenden Betriebs.

PS. Für bereits «zackstark» teilnehmende Betriebe: Vielen Dank für Ihr Engagement. Wir freuen uns auf die Anmeldungen der neu beginnenden Lernenden.
Grundkompetenzen der Mitarbeitenden fördern
Wahrscheinlich ist es Ihnen als Berufsbildnerin oder Berufsbildner schon aufgefallen: Nicht nur Lernende tun sich manchmal schwer mit Lesen, Schreiben, einfacher Mathematik oder der Bedienung von digitalen Geräten. Auch viele erwachsene Mitarbeitende haben Schwierigkeiten mit den sogenannten Grundkompetenzen.

Die nationale Kampagne «Einfach besser!» sensibilisiert seit Anfang September 2021 mit auffälligen Slogans die Öffentlichkeit für das Thema. Ziel ist, möglichst viele Personen zu einem Kursbesuch zu motivieren, wo die Grundkompetenzen verbessert werden können.
Es gibt für Ihren Betrieb mehrere Möglichkeiten mitzuwirken und die Grundkompetenzen Ihrer Mitarbeitenden zu fördern:

1. Betriebe entwickeln für Mitarbeitende massgeschneiderte Kurse
Der Bund unterstützt die Entwicklung von internen Kursen, die auf Ihre konkreten internen Prozesse und Anforderungen angepasst sind, mit bis zu CHF 3000.- und einer Pauschale von CHF 15.- pro Lektion und teilnehmender Person. Mehr Informationen finden Sie hier.

2. Betriebe machen ihre Mitarbeitenden auf bestehende lokale Angebote aufmerksam
Falls Sie (noch) keine internen Schulungen anbieten, können Sie Ihre Mitarbeitenden auf die öffentlichen Angebote in deren Nähe aufmerksam machen. Die Hotline 0800 47 47 47 gibt darüber Auskunft, wie Sie die Mitarbeitenden ansprechen können und welche Angebote passen.

Ausserdem können Sie hier Postkarten, Plakate und weiteres Kampagnenmaterial bestellen oder kostenfrei herunterladen.
Neue Grundbildungen im Detailhandel ab Lehrbeginn 2022
Die Grundbildungen im Detailhandel (Detailhandelsfachfrau/mann EFZ und Detailhandelsassistent/in EBA) werden auf den Lehrbeginn 2022 überarbeitet und damit den Entwicklungen und Herausforderungen der Arbeitswelt angepasst. Die Verantwortung für die Revision liegt bei der nationalen Trägerschaft Bildung Detailhandel Schweiz (BDS). Diese erarbeitete zusammen mit der Projektleitung (Ectaveo AG) die neuen Bildungsverordnungen und Bildungspläne sowie die Qualifikationsprofile der beiden Berufe.

Ein Kernstück der Revision ist die Umstellung des schulischen Unterrichts auf die Handlungskompetenzorientierung. Dies wird den Unterricht an den Berufsfachschulen stark verändern und hat Einfluss auf die Organisation, Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts. Auch in den Lehrbetrieben soll die Vermittlung der Kenntnisse auf konkrete berufliche Arbeitssituationen sowie Handlungen und Fertigkeiten des Arbeitsalltags ausgerichtet sein. Dabei unterstützt werden die Lernenden und Berufsbildner/innen mit einer elektronischen Lerndokumentation und entsprechenden Praxisaufträgen. Detailhandelsfachleute können im 3. Lehrjahr aus den beiden Themen «Gestalten von Einkaufserlebnissen» und «Betreuen von Online-Shops» einen Schwerpunkt wählen. Weitere Informationen über alle Neuerungen finden Sie hier: www.bds-fcs.ch.

Die bewährte Anschlusslösung einer 2-jährigen Zusatzlehre nach erfolgreichem Abschluss des Eidgenössischen Berufsattests (EBA) Detailhandelsasssistent/in zum Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) wird beibehalten. Vor dem August 2022 gestartete Lehren werden im bisherigen Modus zu Ende geführt.